Wasser ist ungleich verteilt

Gebiete mit wenig bis viel Niederschlag

Regen und andere Niederschläge fallen zeitlich und regional ungleichmässig. Gewisse Gebiete der Erde erhalten regelmässig enorme Mengen (pazifische Inseln, Cherrapunji in Indien oder Indonesien); immer wieder werden dabei auch Gebiete überflutet. In Trockengebieten wie der Sahara gibt es jedoch kaum Niederschläge. Sogar innerhalb der Schweiz variiert der Jahresniederschlag regional stark: So regnet es im mittleren Rhonetal durchschnittlich knapp 600 mm, während die Jungfrauregion bis 4000 mm Niederschlag abkriegt.

Grafik: Eawag, Prof. Zehnder

Herausforderung Hygiene

Schätzungsweise 2,6 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zur sanitären Grundversorgung.

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Globaler Wasserverbrauch

Während in der Schweiz sauberes Wasser im Überfluss vorhanden ist, wird Wasser in vielen Teilen der Erde eine knappe Ressource. Die Auswirkungen des Wassermangels sind enorm und stellen eine grosse Herausforderung dar.

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Wasser ist Gold wert

Konzerne wie Veolia Water (vormals Vivendi), Suez oder Thames Water engagieren sich im Wassermarkt und versorgen weltweit mehr oder weniger erfolgreich viele Millionen Menschen mit Trinkwasser.

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Mass für die Wasserverfügbarkeit 

Die erneuerbare Wassermenge pro Person und Jahr wird häufig als Mass für die Wasserverfügbarkeit verwendet:

Schweiz 6520 m3
Algerien 770 m3
Saudi-Arabien 160 m3

In Ländern mit erneuerbaren Wassermengen von unter 1700 m3 herrscht Wasserknappheit. Unter 1000 m3 besteht ein eigentlicher Wassermangel.

In vielen Ländern wird das verfügbare Wasser immer knapper. 

 

Länder mit grossen Herausforderungen 

Indien 

Fast alle Oberflächengewässer in Indien werden für Bewässerungszwecke genutzt. Es kann deshalb nur noch auf eine beschränkte Menge Grundwasser zurückgegriffen werden. Nimmt die Bevölkerung bis ins Jahr 2025 weiterhin zu, so steigt auch der Bewässerungsbedarf. Damit dürfte sich der Wasserbedarf fast verdoppeln.

2025 würden so auch die verfügbaren Grundwasserreserven ausgenutzt sein. Die Interessenskonflikte zwischen den industrialisierten Städten und der Landwirtschaft, welche den Grossteil des Wassers für die Nahrungsmittelproduktion braucht, werden sich verschärfen.

Israel

Israel steht jährlich ein Süsswasservolumen von 2,2 km3 zur Verfügung, das entspricht etwa 450 m3 pro Person und Jahr. Das Land hat mit der Mikro- und Tröpfchenbewässerung ein sorgsames Bewässerungssystem entwickelt. In der Früchte- und Gemüseproduktion werden zudem kommunale Abwässer aus der Landwirtschaft wiederverwertet. Der restliche Wassermangel wird durch Nahrungsmittelimporte von Getreide, Sojabohnen und Fleisch ausgeglichen. Die importierten landwirtschaftlichen Güter erhöhen mit dem virtuellen Wasser den jährlichen Wasserverbrauch de facto von 450 m3 auf 1080 m3 pro Person. 

Nordafrika

Die Verfügbarkeit des Wassers wird in den nächsten Jahren in Nordafrika deutlich zurückgehen. Die Hauptwasserquellen Ägyptens liegen ausserhalb des Landes und desen direkten Einflussgebietes. Ohne griffige Massnahmen stellt die Auswanderung für viele Menschen die einzige Möglichkeit dar, der Wasserknappheit zu entkommen. Sie können nur gegen Norden flüchten, da im Süden die Sahara, im Osten die arabische Wüste und im Westen der atlantische Ozean liegen. Es muss im Interesse der europäischen Staaten sein, gemeinsam mit den nordafrikanischen Staaten nach Lösungen für das Wasserproblem zu suchen.

Konfliktpotential Wassernutzung

Seen und Flüsse aber auch Grundwasservorkommen halten sich nicht an Staatsgrenzen. Rund 40% der Weltbevölkerung leben an Seen und Flüssen, die sich mindestens zwei Staaten teilen. Wird das Wasser knapp, bergen die rund 265 grenzüberschreitenden Gewässersysteme ein konkretes und hohes Konfliktpotenzial.

Zwar wurden in den letzten 60 Jahren ca. 300 internationale Vereinbarungen über gemeinsame Wassernutzungen geschlossen. Demgegenüber stehen allerdings 37 zwischenstaatliche Konflikte, die ihre Ursache in der ungeregelten Nutzung grenzübergreifender Wasservorkommen haben.

 

Blauer Planet - und doch Wassermangel?

Schlechte Wasserqualität verschärft die Wasserknappheit

Mengenmässiger Wassermangel steht in engem Zusammenhang mit der Wasserqualität. In vielen Fällen führen Flüsse oder Seen ausreichend Wasser - doch werden sie von Privathaushalten, Industrie und Städten stark verschmutzt und unbrauchbar gemacht. Arme Bevölkerungsschichten müssen mit dem Schmutzwasser leben, während Wohlhabende sich den Zugang zu aufbereitetem Trinkwasser leisten können.

Gegenwärtig hat rund ein Viertel der Bevölkerung keinen Zugang zu qualitativ akzeptablem Wasser. Die schlechte Wasserqualität verschärft oft die bestehende Wasserknappheit.

 

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